Gängige Glühverfahren lassen sich in folgende Kategorien einteilen:
1. Vollständiges Glühen. Dieses Verfahren dient der Verfeinerung des groben, überhitzten Gefüges mit schlechten mechanischen Eigenschaften nach dem Gießen, Schmieden und Schweißen von mittel- und niedriggekohltem Stahl. Das Werkstück wird auf eine Temperatur von 30–50 °C erhitzt, oberhalb derer das Ferrit vollständig in Austenit umgewandelt ist. Diese Temperatur wird für eine bestimmte Zeit gehalten. Anschließend wird der Austenit langsam im Ofen abgekühlt und wandelt sich während des Abkühlprozesses erneut um. Dadurch kann das Stahlgefüge verfeinert werden.
2. Kugelglühen. Dieses Verfahren dient zur Reduzierung der hohen Härte von Werkzeug- und Wälzlagerstahl nach dem Schmieden. Das Werkstück wird auf 20–40 °C über die Austenitisierungstemperatur erhitzt und nach einer Wärmebehandlung langsam abgekühlt. Während des Abkühlprozesses nimmt der Zementit im Perlit eine kugelförmige Gestalt an, wodurch die Härte verringert wird.
3. Ein Beispiel hierfür ist das Nirvana-Glühen. Es dient dazu, die hohe Härte bestimmter legierter Baustähle mit hohem Nickel- und Chromgehalt für die Zerspanung zu reduzieren. Im Allgemeinen wird der Austenit dabei schneller auf eine instabilere Temperatur abgekühlt, wobei die Wärmedauer angemessen ist. Dadurch wandelt sich der Austenit in Totensit oder Sortensit um, und die Härte kann verringert werden.
4. Rekristallisationsglühen. Es dient dazu, die Verfestigung von Metalldrähten und -blechen beim Kaltziehen und Kaltwalzen (erhöhte Härte und verringerte Plastizität) zu beseitigen. Die Erwärmungstemperatur liegt üblicherweise 50 bis 150 °C unterhalb der Austenitisierungstemperatur des Stahls. Nur so lässt sich die Kaltverfestigung aufheben und das Metall erweichen.
5. Graphitisierungsglühen. Dieses Verfahren dient dazu, zementitreiches Gusseisen in gut formbares, verformbares Gusseisen umzuwandeln. Dabei wird das Gussstück auf etwa 950 °C erhitzt und nach einer bestimmten Haltezeit fachgerecht abgekühlt, sodass sich der Zementit zersetzt und flockiger Graphit entsteht.
6. Diffusionsglühen. Dieses Verfahren dient der Homogenisierung der chemischen Zusammensetzung von Legierungsgussteilen und der Verbesserung ihrer Eigenschaften. Dabei wird das Gussteil auf die höchstmögliche Temperatur erhitzt, ohne zu schmelzen, und lange gehalten. Anschließend erfolgt eine langsame Abkühlung, nachdem sich die verschiedenen Elemente in der Legierung gleichmäßig verteilt haben.
7. Spannungsarmglühen. Dient zum Abbau von Eigenspannungen in Stahlgussteilen und Schweißkonstruktionen. Bei Stahlprodukten, die nach dem Erhitzen bei Temperaturen unter 100–200 °C beginnen, Austenit zu bilden, können die Eigenspannungen durch Wärmeerhaltung und Abkühlen an der Luft beseitigt werden.
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Vor Produktionsbeginn wird die Anlage mit Inertgas befüllt und die Luft entfernt, um Verunreinigungen zu vermeiden. Nach dem Schweißen und Polieren gelangt das Rohr in die Glühanlage und wird versiegelt. Beim Einschalten des Heizofens wird die Induktionsheizung aktiviert und das Rohr auf eine stabile Temperatur von 1050 °C erhitzt. Anschließend erfolgt der Glühprozess. Im Kühlbereich sorgen Graphitrohre für die Wärmeleitung und damit für die Kühlung des Rohrs. Hochreiner Wasserstoff dient dem Schutz und gewährleistet, dass das geglühte Rohr nach dem Abkühlen seine hohe Glätte behält. Das Rohr wird anschließend in die Schutzverpackung eingebracht, und der Glühprozess ist abgeschlossen.

